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Blick auf den Mühlberg

Von der Hochfläche aus kann man in Richtung Westen das Massiv des Mühlberges bei Niedersachswerfen sehen. Die steile Wand markiert die Auslaugungsfront, in nördliche Richtung schließt sich das harzrandparallele Auslaugungstal an.

Zu Füßen der sichtbaren Mühlbergwand befindet sich ein wassergefüllter Erdfall, der sogenannte "Tanzteich".
Der Erdfalltrichter ist heute flach und stark verschlämmt. Früher muss es sich um einen zeitweiligen starken Karstwasseraustritt gehandelt haben, denn die abenteuerlichen Geschichten um das wallende Wasser des Tanzteiches findet man in vielen Naturbeschreibungen des 17. und 18. Jahrhunderts.

Südlich des Standortes zieht sich ein Karsttal in Form eines Uvalas im Gips in die Tiefe. Es gehört zu einem System solcher Täler, die alle in ein Haupttal münden, welches bei Krimderode in das Durchbruchstal der Behre und Zorge führt.

Auf dem Mühlberg befindet sich eine frühgeschichtliche Wallanlage, die als Faciusgraben bezeichnet wird. Sie liegt auf einem Bergsporn und wird von zwei Seiten durch Steilhang geschützt. Die dritte Seite schützt ein Wallsystem mit aufgeschüttetem Wall und davorliegendem Graben. Da der Wall bereits vor dem Steilhang endet und gebrannter Lehm auf dem Wall zu finden ist, kann davon ausgegangen werden, dass auch diese Wallanlage, genau wie die im Kohnsteiner Forst, bereits vor ihrer Fertigstellung durch Brandeinwirkungen zerstört worden war. Der Name Facius soll von einem römischen Feldherren stammen, der hier begraben wurde.

Unterhalb des Mühlberges steht ein schlichtes Steinkreuz mit der Inschrift, dass am 18. Oktober 1757 der Arrestant Ernst Nordhof aus Hildesheim hier erschossen wurde.

Östlich des Mühlberges, im Behretal, liegt der Ort Niedersachswerfen. Im Jahre 1140 wird Niedersachswerfen urkundlich das erste Mal erwähnt. Funde belegen, dass aber bereits viele Jahrhunderte vorher hier Menschen gelebt haben. Siedlungsfunde sind uns u. a. vom Mühlberg aus der vorrömischen Zeit bekannt. Im Mittelalter hatten die Bewohner des Ortes zahlreiche Abgaben und Frondienste an das Kloster in Ilfeld bzw. den Grafen von Hohnstein zu leisten. Diese Leistungen waren oft so drückend, dass sich Bauern und Tagelöhner am Bauernkrieg beteiligten, in der Hoffnung, dadurch eine Verbesserung ihrer Lage zu erreichen.

Ein bedeutender Sohn des Ortes war Lorenz Rhodomann (1546-1606), der als Schüler die Klosterschule in Ilfeld besuchte, später Rektor an solchen Universitäten wie Rostock, Lüneburg, Jena und Wittenberg war und ab 1584 die Klosterschule in Walkenried leitete. In der Zeit des Dreißigjährigen Krieges hatte der Ort vor allem durch die umherziehenden Söldner zu leiden. Sehr oft war dann der Mühlberg mit seinen Höhlen die letzte Zufluchtsstätte der Bewohner. Um 1900 arbeiteten viele Bewohner des Ortes in drei Kalkhütten, einer Schwerspatmühle, zehn Gipsmühlen sowie drei Mühlen für Lenzin, Grundstoff für die Papier- und Farbherstellung. Bekannt waren aus dieser Zeit auch die sogenannten Steinschnitzer, die aus Alabaster Schmuck-und Tabakdosen herstellten.

Das sogenannte Riesenhaupt ist eine Hochmotte, d. h. ein Turmhügel, der durch Wall und Graben befestigt war und auf dem der Wohnturm eines Ministerialien stand. Nachdem der Wohnturm nicht mehr genutzt wurde, diente der Hügel dann als Gerichtsplatz.

Nördlich von Niedersachswerfen, ebenfalls im Behretal, befindet sich der Ort Ilfeld. In seiner Gemarkung gibt es mit einer Gesamtlänge von 180 km ein ausgedehntes Wanderwegenetz in einer reizvollen Südharzer Berglandschaft, die dem eigentlichen Harz ausserhalb der Karstlandschaft zugerechnet werden muss.

Der Staatlich anerkannte Erholungsort Ilfeld liegt in einem der schönsten Täler des Südharzes, das mit herrlichen Laub- und Nadelwäldern umgeben ist. Die Behre durchfließt dieses Ilfelder Tal, das an vielen Stellen noch wildromantische Züge trägt. Urkundlich wurde Ilfeld erstmals 1154 erwähnt. Der Flecken ist erst 1385 gegründet worden. 1190 wurde an der Behre ein Prämonstratenser Kloster gegründet, das 1546 in eine Klosterschule umgewandelt wurde. Heute werden die Gebäude aus der Zeit von 1860 bis 1885 von der Neanderklinik "Harzwald", einer modernen Rehabilitationsklinik für Innere Medizin, genutzt. In der Heimatstube im alten Rathaus (erbaut 1712) werden die verschiedensten Sachzeugen aus der Geschichte des Ortes gezeigt. Im Rabensteiner Stollen am Bahnhof Netzkater befindet sich das einzige Besucherschaubergwerk dieser Art für Steinkohle in Deutschland. Bei einem Blick vom Poppenbergturm (1894 als interessanter Aussichtsturm mit Stahlkonstruktion errichtet) auf dem 600 m hohen Poppenberg kann man das gesamte Gebiet des Südharzes überschauen. Zahlreiche Gaststätten und Hotels laden im Ort zum Verweilen ein. Für den Gast von Interesse sind auch das Waldbad, der Kurpark und der Grillplatz. Mit vier Haltepunkten der Harzquerbahn besitzt die Gemeinde Anschluss an die Brocken- und Selketalbahn.

Erstellt durch ATURIS.