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Thüringer Forstamt Bleicherode-Südharz

Das Thüringer Forstamt Bleicherode-Südharz wurde aus den Forstämtern Bleicherode und Ilfeld heraus gebildet.

Die Flächen des Thüringer Forstamtes Bleicherode-Südharz befinden sich im Landkreis Nordhausen. Im Westen grenzt das Forstamt an den niedersächsischen Teil des Harzes. Im Norden und Nordosten grenzt es an Sachsen-Anhalt. Südlich des Wippertales erstreckt sich das Forstamt in die Höhenzüge Hainleite und Dün.

Der gesamte Harzteil des Forstamtes liegt im Landschaftsschutzgebiet Südharz. Insgesamt wurden auch 9 Naturschutzgebiete mit z. T. europaweiter Bedeutung ausgewiesen. Trinkwasserschutzzonen sind auf einer Fläche von 1.420 ha ausgewiesen. Neben den harztypischen Waldbiotopen, Bergwiesen und Geländeformationen findet man im Forstamtsbereich auch naturnahe Bachläufe und Teiche, Feuchtwiesen und Auenwälder.

Seltene Tier- und Pflanzenarten wie Wildkatze, Schwarzstorch, Feuersalamander, schwarzer Apollo, Orchideen und verschiedene Trocken- und Magerrasengesellschaften sind hier zu Hause.

Besonders sind aber die Karstformationen entlang des Zechsteingürtels, wie z.B. Dolinen, Erdfälle, Karstbäche und -quellen, Höhlen und Gesteinsformationen zu erwähnen. Das Naturschutzgebiet "Alter Stolberg" ist für diese typischen Formationen und für seine geschlossene Waldbiotope weithin bekannt.

Thüringer Forstamt Bleicherode-Südharz
Burgstraße 53
99752 Bleicherode

Tel.: 036338 - 44160
Fax: 036338 - 44161
e-Mail: forstamt.bleicherode-
suedharz@forst.thueringen.de

Natürliche Grundlagen

Die Höhenlagen des Forstamtes liegen zwischen 158 m und 634 m über N.N. (Großen Ehrenberg). Das Klima wird durch den Einfluss des Harzes geprägt und reicht von montan, über submontan bis zu subatlantisch. Der reich bewaldete Harz ist das nördlichste und an maritimen Einflüssen am stärksten ausgesetzte deutsche Mittelgebirge. Das Grundgebirge des Harzes belebt eine nach Norden herausragende Pultscholle, die mantelartig von mesozoischem Deckgebirge umgeben wird. Im Süden schließen sich in der Südharzmulde abgelagerte Sedimente des oberen Karbon (Zechstein bzw. Rotliegenden), sowie darin enthaltenes Porphyrit an. Anschließend folgt eine Schichtstufenlandschaft aus Sedimenten des Trias. Dabei ragt der Muschelkalk zum Teil als schroffe Plateaulage aus dem Buntsandstein heraus.

Als Grundgestein treten im Harz vorwiegend Schiefer (Kieselschiefer), Grauwacke und Eruptivgesteine (Porphyrit, Melaphyr und Diabas) auf. Im Harzvorland kommen Zechstein (Gipsgürtel), Buntsandstein und Muschelkalk vor. Der jährliche Niederschlag variiert unter 500 mm in der Goldenen Aue bis 900 mm im Harz, die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7 bis 8°C. Der Wald hat auf vielen Standorten im Forstamt durch die sehr gute Nährstoff- und Wasserversorgung optimale Wuchsbedingungen.


Gesamtwaldfläche und Waldeigentumsverteilung

Die Gesamtwaldfläche des Thüringer Forstamtes Bleicherode-Südharz beträgt ca. 20 400 ha. Das Waldeigentum im Forstamt gliedert sich in den Körperschaftswald mit ca. 3 900 ha, den Privatwald mit ca. 8 300 ha und dem Staatswald (Landes-,Treuhand- und Bundeswald) mit ca. 8 100 ha. Zum Hoheitsgebiet gehören ferner 1.475 ha des Stiftes Ilfeld, 674 ha der Fa. Knauf und 2.140 ha der Gräflich Stolberg´sche Forstverwaltung als eigenbeförsterte Reviere.

Zum Staatswald zählen u.a. 214 ha Bundesforsten und 290 ha Landeswald Niedersachsen. Für den Privatwald sind die zahlreichen Waldgenossenschaften mit Größen zwischen 15 und 315 ha charakteristisch.

 

Forstgeschichte

Erste Rodungen begannen im 6. Jahrhundert durch die Franken. Im Zuge der Christianisierung des Gebietes ab dem 8. Jahrhundert führten großflächige Rodungen etwa zur heutigen Wald - Feldverteilung. Im Mittelalter diente der Wald vorwiegend der Brennholzgewinnung und Waldweide, er wurde niederwaldartig bewirtschaftet. Mit Zunahme der Bevölkerung wurde immer mehr Holz für Bauzwecke benötigt, wobei Feuersbrünste die mittelalterlichen Siedlungen mit ihren Fachwerkhäusern vernichteten. Salzgewinnung, Bergbau und Köhlerei verlangten ebenfalls sehr viel Holz. Aufgrund der enormen Nachfrage entstand der Mittelwald. Im 16. Jh. fand die Entwaldung ihren Höhepunkt, wesentliche Teile der Hainleite waren entwaldet und wurden als Hutungen genutzt.

Mit zunehmender Industrialisierung und dem damit weiter steigendem Holzbedarf hielt auch hier die nachhaltige Forstwirtschaft Einzug. So wurden ab dem 18. Jh. die entstandenen Blößen wieder aufgeforstet (z.T. mit Nadelholz). Im Rahmen der Säkularisation nach den napoleonischen Kriegen wurden aus den Klosterwäldern preußische Staatswälder. Diese wurden ab dem 19. Jh. schrittweise in Hochwald überführt. Dagegen behielt man in vielen Wäldern der "Realgemeinden" (gemeinschaftliches Nutzungsrecht einer Dorfgemeinschaft) den Hieb auf den stärksten Stamm bei. So entstanden vorwiegend im Bereich der Hainleite Buchen-Plenterwälder, die als naturnahe und ökologisch stabile Wälder als Vorbild für die heutige Bestandsbehandlung dienen.

Erstellt durch ATURIS.