Die Geschichte Ilfelds ist weitaus vielschichtiger, als es die offizielle Gründung im 14. Jahrhundert vermuten lässt. Wer die Identität des Ortes wirklich verstehen will, muss tiefer in die Vergangenheit blicken – in eine Zeit, in der Klöster die Landschaft formten und Namen noch ganze Herrschaftsräume bezeichneten. Bereits im 11. und 12. Jahrhundert taucht der Name „Ilfeld“ in den Quellen auf, damals jedoch nicht als Dorf, sondern als Bezeichnung für einen feuchten Feld- und Talbezirk an der Bere.
Die heutige Struktur Ilfelds ist das Ergebnis einer Verschmelzung dreier historischer Schichten: dem ursprünglichen Herrschaftsnamen, frühen Siedlungskernen wie Ohe und Espe sowie der späteren klösterlichen Ortsbildung. Besonders spannend ist dabei das Schicksal der Orte Ohe und Espe. Während Ohe bereits im späten 12. Jahrhundert als wirtschaftliche Grundlage des Klosters diente, wurde Espe im Jahr 1247 urkundlich mit Wäldern und Weingärten als klösterlicher Besitz bestätigt. Dass diese Namen später verschwanden, liegt an der klösterlichen Neuordnung: Die Orte gingen in der neuen Struktur auf, doch ihre Wurzeln blieben bestehen.
Den entscheidenden Motor für die Entwicklung bildete das Marienkloster der Prämonstratenser. Die klösterliche Infrastruktur zog Handwerk, Verwaltung und Wirtschaft an, wodurch ein neues Zentrum entstand, das den alten Herrschaftsnamen übernahm. Diese historische Dreigliedrigkeit ist bis heute ein fester Bestandteil unserer Identität und findet sich sogar im Ilfelder Wappen wieder.
Möchten Sie mehr über diese faszinierende Epoche erfahren? Die Landgemeinde Harztor lädt Sie herzlich zu einem besonderen historischen Abend ein. Unter dem Titel „Die Grafschaft Hohnstein & das Kloster Ilfeld im Hochmittelalter“ nimmt Referent Tim Schäfer Sie mit auf eine detailreiche Zeitreise in die Ära von Aufbruch, Macht und Einfluss.
Wann: 13. März 2026 um 19 Uhr
Wo: Museum Krypta der Neanderklinik Harzwald

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