Es war einer dieser Frühsommertage, an denen der Südharz seine Schokoladenseite zeigte: 26 Grad, klarer Himmel, der Geruch von Sonnenmilch und Asphalt am Herkulesmarkt. Mittendrin: fast 1.000 Läuferinnen und Läufer aus ganz Deutschland, die zum 12. Harztorlauf nach Niedersachswerfen gekommen waren — von Berlin und Hamburg über Fehmarn bis nach München und Bad Pyrmont. 949 Starter gingen über sechs Distanzen ins Rennen, dazu 20 Bambinis. Am Ende standen 669 gewertete Zeiten in den Listen.
Im Programm stand wie gewohnt der Marathon mit Start in Sophienhof, dazu der Halbmarathon, in diesem Jahr erstmals ein 11-Kilometer-Lauf von Neustadt am Gondelteich Richtung Ilfeld, die 5- und 2-Kilometer-Strecken in Niedersachswerfen sowie der Bambinilauf direkt am Festgelände. Eine Premiere galt den Aktiven der Feuerwehren: Wer in voller Schutzausrüstung antrat, lief in diesem Jahr ohne Startgebühr mit. Eine kleine Geste — und doch ein klares Signal, dass die Gemeinde den Wert ihres Ehrenamts kennt.

Den sportlichen Höhepunkt setzte Josephine Noack aus Buxtehude. Sie lief den Marathon in 3:27:15 — schneller als jede Frau vor ihr beim Harztorlauf. Den vorherigen Streckenrekord, den seit 2024 Sindy Kermer gehalten hatte, unterbot sie um 18 Sekunden. Bei den Männern blieb Chris Kroll vom LTV Obereichsfeld als einziger Marathonläufer unter der Drei-Stunden-Marke und gewann in 2:56:56,1.
Ein Bild, das vielen in Erinnerung bleiben wird, gab es auf der 5-Kilometer-Strecke: Dort liefen Harztors Bürgermeister Stephan Klante und Landrat Matthias Jendricke gemeinsam mit den anderen Sportlerinnen und Sportlern. Jendricke hatte erneut die Schirmherrschaft übernommen — und zeigte, dass diese Rolle bei ihm mehr ist als ein Schreibtischposten.

So ein Tag entsteht nicht von selbst. Rund 150 Helferinnen und Helfer waren entlang der Strecken im Einsatz, weitere 50 packten am Festgelände in Niedersachswerfen mit an. Die Bergwacht aus Ellrich sicherte mit vier Einsatzkräften die langen Distanzen, die Harztor-Feuerwehren übernahmen die Streckensicherung, und der Bauhof der Gemeinde war wie immer ein Pfeiler im Hintergrund. Dazu kamen 24 Sponsoren — Banken, Energieversorger, Industriebetriebe, Handel und kleine Anbieter aus der Region —, ohne die ein Lauf dieser Größe finanziell nicht zu stemmen wäre.
Vereinsvorsitzender Dirk Wackerhagen zog am Abend ein zufriedenes Fazit. Größere Verletzungen blieben aus, lediglich die Hitze setzte einigen Sportlern zu. Die Gemeinde Harztor schließt sich dem Dank des Vereins an: An der zwölften Auflage haben so viele Hände mitgearbeitet, dass eine vollständige Aufzählung nicht gelingen kann. Bleibt die schlichte Geste, die alle Sportfeste lebendig hält — ein herzliches Dankeschön. An den Verein. An alle Helferinnen und Helfer. An die Sponsoren. Und an die vielen Sportlerinnen und Sportler, die diesen Sonntag im Mai zu einem gemacht haben, der in Erinnerung bleibt.
Die vollständigen Ergebnisse aller Wettbewerbe stehen unter my.raceresult.com/371547/results bereit.
