Die Waldbäder in Niedersachswerfen, Neustadt und Ilfeld sind in die Saison gestartet. Wer hier ins Becken steigt, sieht am Eingang eine Tafel mit Bildern. Sie zeigt, welche Kleidung im Wasser zugelassen ist und welche nicht. Die bildliche Darstellung ist seit einigen Jahren Teil der Bäderordnung — und sie hat einen guten Grund.
Freibäder sind öffentliche Einrichtungen. Hier treffen Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, Erfahrungen und Hintergründen aufeinander. Ein Bild funktioniert besser als ein langer Text. Es zeigt sofort und ohne Übersetzung, worum es geht: Straßenkleidung gehört nicht ins Beckenwasser. Funktionale Bademode schon.
Der Grund ist einfach und hat nichts mit Kultur zu tun, sondern mit Material. T-Shirts, Hosen und Unterwäsche aus Baumwolle nehmen Schmutz und Schweiß auf und geben Fasern ab — das belastet das Wasser und die Filteranlage. Badehosen, Badeanzüge, Bikinis, Tankinis und auch Ganzkörper-Schwimmanzüge sind aus chlorbeständigem, schnelltrocknendem Material gemacht. Wettkampfschwimmer und Triathleten tragen Anzüge nach demselben Prinzip. Es zählt also Material und Zweck — nicht die Person, die das Stück trägt.
Hinzu kommt ein zweiter Punkt: Sicherheit. Schwere, vollgesogene Straßenkleidung zieht beim Schwimmen nach unten und kann gefährlich werden — vor allem für Kinder. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Beckenrand achten genau darauf, wer in welcher Kleidung ins Wasser geht. Zur Standard-Hygiene gehören außerdem ein Fußbad und eine Dusche am Beckenzugang.
Wer mit der passenden Bademode kommt, ist in allen drei Waldbädern herzlich willkommen. Der Rest ist Sommer.
