Von Burg Hohnstein ins Heilige Land: Anno 1172

Dekorative Urkunde im mittelalterlichen Pergamentstil mit der Überschrift „Gruß von Burg Hohnstein". Der Text in altdeutscher Schrift verweist auf die Jerusalemreise Herzog Heinrichs des Löwen und des Grafen von Hohnstein im Jahr 1172 (MCLXXII). Rechts ist das Wappen der Grafen von Hohnstein mit Hirschgeweih und rot-weiß geschachtem Schild zu sehen. Links im Hintergrund eine Burgdarstellung. Das Dokument ist von Schriftrollen, einem Siegel und gotischen Verzierungen umrahmt. KI

Hoch über Neustadt in Harztor erhebt sich die Burg Hohnstein – ein Ort, an dem sich die Geschichte des Harzes mit den großen Linien Europas verbindet. Wer heute die Mauern betritt, ahnt kaum, welche Wege von hier einst in die Welt hinausführten.

Denn im Jahr 1172 brach Herzog Heinrich der Löwe, einer der mächtigsten Fürsten des Mittelalters, zu einer außergewöhnlichen Pilgerreise nach Jerusalem auf. Und an seiner Seite ritt ein Mann aus unserer Region: ein Graf von Hohnstein, Herr dieser Burg, Teil des hochadeligen Gefolges und Zeuge einer Reise, die in den Chroniken Europas bis heute nachhallt. Die Route führte von Braunschweig über Regensburg und das Kloster Heiligenkreuz bis nach Byzanz, wo Heinrich wie ein König empfangen wurde. Zeitgenössische Quellen berichten von 500 Reitern, kostbaren Geschenken – und sogar von gezähmten Jagdleoparden, die den Fürstenzug begleiteten. Solche Tiere galten als Symbole fürstlicher Macht und waren im Mittelalter eine Sensation. Über Akkon erreichte der Zug schließlich die Heilige Stadt Jerusalem. Dort wurde Heinrich vom Klerus mit Hymnen empfangen – ein Ehrenritual, das sonst nur Königen zuteilwurde.

Dekorative Urkunde im mittelalterlichen Pergamentstil mit der Überschrift „Gruß von Burg Hohnstein". Der Text in altdeutscher Schrift verweist auf die Jerusalemreise Herzog Heinrichs des Löwen und des Grafen von Hohnstein im Jahr 1172 (MCLXXII). Rechts ist das Wappen der Grafen von Hohnstein mit Hirschgeweih und rot-weiß geschachtem Schild zu sehen. Links im Hintergrund eine Burgdarstellung. Das Dokument ist von Schriftrollen, einem Siegel und gotischen Verzierungen umrahmt. KI

Das dreifache ewige Licht in der Grabeskirche & Die Ewige Lampe von Ilfeld

Besonders eindrucksvoll: Heinrich der Löwe stiftete in der Grabeskirche ein dreifaches ewiges Licht – ein Zeichen tiefen Glaubens, aber auch politischer Bedeutung. Diese Stiftung war so kostbar, dass sie sonst nur Herrschern vorbehalten blieb. Damit wurde der Name des Herzogs – und seines Gefolges – dauerhaft im Herzen der Christenheit verankert. Und Ilfelds Ewige Lampe und die Klostergründung steht im Kontext auch dazu. 

Burg Hohnstein – ein Ort, der Geschichte trägt

Dass ein Graf von Hohnstein Teil dieser Reise war, zeigt: Die Burg war nicht nur ein regionaler Herrschaftssitz, sondern ein Knotenpunkt europäischer Geschichte.

Heute lädt sie Besucher ein, diese Vergangenheit neu zu entdecken:

  • als Aussichtspunkt über das Harztor
  • als Ort lebendiger Heimatgeschichte
  • als Schauplatz großer und kleiner Geschichten, die bis heute nachwirken
  • tolles gastronomisches Angebot im Burggasthof, Burgfeste, Märkte, Ritteressen

Zum Jubiläum des Burggasthofs kehrt diese Geschichte nun in Form einer gerahmten Urkunde symbolisch zurück – als Hommage an die Region und als Erinnerung daran, wie weit die Wege von Harztor einst reichten.

Grafik und Text: Tim Schäfer, Niedersachswerfen

Burg Hohnstein & Burggasthof 
Adresse: An der Burg 1, 99762 Harztor (OT Neustadt) Web: www.burghohnstein.deLage: Schloßberg, ca. 1,1 km nördlich von Neustadt/Harz Eigentümer der Burgruine: Landkreis Nordhausen

Kommende Veranstaltungen im Burggasthof: 
Osterschmaus: 5. April 2026 Muttertag-Brunch: 10. Mai 2026 Himmelfahrt auf der Burg: 14. Mai 2026 Ritteressen: 13. Juni 2026 Burgfest: 29. August 2026