Neue Grundschule Ilfeld: Holzbau wird offiziell eingeweiht

Eingeschossiges Schulhaus mit senkrechter Holzfassade und grünem Vordach vor einem bewaldeten Hang in Ilfeld. Davor ein gepflasterter Weg, links ein Stück alte Mauer.

Harztor/Ilfeld. Rund 100 Kinder lernen seit dem 17. August schon in der neuen Heinz-Sielmann-Grundschule in Ilfeld. Am Donnerstag, 3. September 2026, weiht der Landkreis Nordhausen den Holzbau offiziell ein. Dabei sind Landrat Matthias Jendricke, der Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur Steffen Schütz und Schulleiterin Kerstin Schiller-Benkstein.

Das neue Haus steht an der Gutsstraße 3, auf dem Gelände eines ehemaligen Gutshofs der Klosterkammer Hannover. Es nutzt die Fläche einer früheren Kläranlage und lässt das denkmalgeschützte Stallgebäude stehen. Der eingeschossige Bau ist ein Modellprojekt des Freistaats: Schulbau in Holz, mit Teilen, die vorgefertigt auf die Baustelle kamen. Bauherr ist der Landkreis, die Kosten liegen bei rund 6,7 Millionen Euro.

Wer durch den Lernflur geht, sieht Holz an Decke und Wänden, farbige Türen und Sitzblöcke. Der Flur selbst ist Lernort, nicht nur Durchgang – über 100 Quadratmeter. Nach Süden öffnet sich der Marktplatz mit Eingang, Garderobe, Speiseraum und Mehrzweckraum zum grünen Klassenzimmer. Die Klassenräume, der Hort und die Mensa schauen zur Landschaft.

Spatenstich war Ende Dezember 2024, Richtfest Anfang August 2025, der Rohbau dauerte rund drei Monate. Wärme kommt von Wärmepumpen, auf dem begrünten Dach liegt eine Photovoltaikanlage. Nach dem Gebäudeenergiegesetz 2023 liegt der Primärenergiebedarf bei 66,1 Kilowattstunden je Quadratmeter und Jahr. Das Haus erfüllt die gesetzlichen Vorgaben. Die Anlage erzeugt rechnerisch 30.292 Kilowattstunden Strom im Jahr, 40,6 Prozent davon bleiben im Haus.

Dasselbe Holzbausystem entsteht parallel für eine Grundschule in Bendeleben im Kyffhäuserkreis. Geplant hat den Ilfelder Bau DGJ Architektur aus Frankfurt.

Fotos: Thilo Ross; Quelle: DGJ Architektur GmbH.