Rauch in der Kältewerkstatt: Feuerwehr übt in Harztor

Mehrere Feuerwehrleute in beiger Schutzkleidung mit gelben Helmen und Atemschutzgeräten stehen vor dem Glaseingang der Bundesfachschule. Über der Tür steht „Kälte-Klima-Technik“ mit einer Schneeflocke als Logo. Ein Feuerwehrmann in der Mitte trägt eine Atemschutzmaske. Auf dem Boden liegen Schläuche. Vorn hängen herbstliche Blätter ins Bild.

Harztor/Niedersachswerfen. Um 15:08 Uhr ging am Donnerstag in der Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik in der Steinstraße der Hausalarm los. In einer der Kältewerkstätten stand Rauch. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeiter verließen das Gebäude und sammelten sich draußen auf der Wiese. Drei Minuten später heulten in Harztor die Sirenen. Der Rauch kam aus einer Nebelmaschine. Schule und Feuerwehr übten gemeinsam den Ernstfall.

Alarmiert waren alle fünf Ortsteilwehren der Gemeinde: Niedersachswerfen, Ilfeld-Wiegersdorf, Neustadt-Osterode, Harzungen und Herrmannsacker. Rund 40 Einsatzkräfte rückten aus. Ich stand als Beobachter für die Gemeinde am Rand und hatte die Uhr im Blick. Die Niedersachswerfer waren als Erste da, um 15:24 Uhr standen sieben Fahrzeuge aus Niedersachswerfen, Ilfeld und Neustadt vor der Schule. Das Wetter spielte mit, es blieb trocken und die Sonne kam heraus.

Unter Atemschutz gingen die ersten Trupps ins verrauchte Gebäude. Sie sollten eine vermisste Person finden und den Brandherd ausmachen. Beides gelang schnell. „Die Person wurde innerhalb von zehn Minuten nach dem Eintreffen der Feuerwehr gefunden“, sagt Gemeindebrandmeister Patrick Richter. Er leitete die Übung zusammen mit Steffen Schmidt, Ortsbrandmeister der Gemeinde Werther, und Marcus Sommer von der Feuerwehr Niedersachswerfen.

Für die Nachbarschaft ist ein Punkt besonders wichtig. In einer Schule für Kälte- und Klimatechnik gibt es Gasflaschen. Das Übungsteam hatte einige davon im Gebäude versteckt. „Die wurden gefunden, geborgen und rausgebracht“, sagt Richter. „Darauf sind wir vorbereitet und wissen Bescheid.“

Draußen rollten die Kameradinnen und Kameraden Schläuche aus. Das erste Löschwasser kam aus einer Zisterne, dazu nutzten die Wehren Wasserquellen in der Umgebung. Vier Kameraden trugen eine große Pumpe über die Wiese und schlossen sie an die Zisterne an. Die Drehleiter aus Ilfeld fuhr aus und gab aus dem Korb Wasser ab.

Und das Fazit? „Das Einsatzziel ist erreicht worden“, sagt Richter. Bei Kommunikation, Verständigung und Zusammenarbeit sieht er noch Kleinigkeiten, die besser laufen können. „Aber dafür sind Übungen ja da.“ Für die Schule war der Nachmittag zugleich eine Alarmprobe. Die Unfallversicherung empfiehlt Schulen mindestens zwei davon im Jahr. Die Vorbereitungen für die Übung begannen schon vor etwas mehr als drei Monaten und wurden von Kamerad Marcus Sommer und Patrick Richter vorangetrieben.

Mit dem Abrücken ist die Arbeit übrigens nicht erledigt. Jeder Schlauch, der bei der Übung ausgerollt wurde, muss gereinigt, getrocknet und wieder aufgerollt werden. Das erledigen die Kameradinnen und Kameraden in ihrer Freizeit, so wie alles bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Text und Fotos: Dirk Daniel